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Elektromagnetische Induktion



Gegen Ende der 70er Jahre setzte Christina Kubisch zum ersten Mal das Phänomen der elektromagnetischen Induktion für ihre künstlerische Arbeit ein. Sie realisierte mit dieser Technik Klanginstallationen sowohl im Innen- als auch im Außenraum.
Die Übertragung von Klängen wird dabei durch sich begegnende und überlagernde magnetische Felder ermöglicht. Diese entstehen einerseits durch im Raum verspannte elektrische Kabel, in denen die Klänge zirkulieren, andererseits durch speziell entwickelte Empfänger mit eingebauten Spulen und Verstärkern. Zunächst waren dies kleine kubische Würfel, später selbst entworfene kabellose magnetische Kopfhörer, mit denen die Besucher die Klänge in den Kabeln empfangen konnten. Die Kabel bilden einen visuellen und zugleich einen akustischen Raum.
Das System der elektromagnetischen Induktion, das Chistina Kubisch ständig technisch und künstlerisch weiterentwickelt hat, wurde zum Ausgangspunk für zahlreiche Klanginstallationen, die seit 1980 in Europa, Asien, Nord- und Südamerika und Australien realisiert wurden.
Die Grundidee dieser Klangräume ist es, dem Betrachter/Zuhörer individuelle Zeit- und Bewegungsräume zur Verfügung zu stellen. Die musikalischen Sequenzen können durch die Körperbewegung des Hörers in immer wieder neuen Variationen erfahren werden, selbst eine leichte Kopfbewegung erzeugt unterschiedliche Klangfolgen. Der Besucher wird zu einem "Mixer", der sich sein Stück individuell zusammensetzen und den Zeitrahmen dafür selbst bestimmen kann.

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Cloud,  2011/2014

2000 m elektrisches Kabel, Induktions-Kopfhörer, zwölfkanalige Komposition.

Die Klangquellen sind elektromagnetische Felder aus Rechenzentren, Server-Räumen und Umspannwerken.  
Die Klänge variieren abhängig von der Position des Hörers, seinen Kopfbewegungen und seinem Abstand zu den Kabeln.


Bisherige Realisationen:

2011 Museum am Ostwall im U, Dortmund (permanente Sammlung)
Galerie Mazzoli, Berlin

2012 Run Run Shaw Creative Media Center, Hongkong
ZKM, Karlsruhe

2014 MuseumsQuartier Wien

Dichte Wolken - Dortmunder U